Michael Riepl, Jurist und Schriftsteller, forscht an der Akademie für Europäischen Menschenrechtsschutz in Köln zum Völkerrecht und zu Osteuropa. Für das Internationale Rote Kreuz hat er sich vier Jahre lang in der Ukraine, Armenien und der Demokratischen Republik Kongo um Kriegsgefangene, Vermisstensuche und Hilfslieferungen gekümmert. Er lebt mit seiner Familie in Armenien.

© Foto: Areg Balayan

1. Was haben Sie im Studium fürs Leben gelernt?
Man ist nur wirklich gut in den Dingen, die man leidenschaftlich tut.


2. Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Am Glühweinausschank.


3. Was nehmen Sie sich immer wieder vor?
Ein besserer Stoiker zu werden.


4. Was ertragen Sie nur mit Humor?
Empörung in Online-Kommentarspalten und den Jerewaner Straßenverkehr.


5. Ein großes "Beinahe" in Ihrem Leben?
Ich wurde von einem betrunkenen Soldaten mit Kalaschnikow an einem Checkpoint in der Demokratischen Republik Kongo angegangen und die Situation wäre beinahe eskaliert, hätte ich ihm nicht drei lebensrettende Flaschen Bier spendiert und schnell das Weite gesucht.


6. Der beste Ort in meinem Wohnort (Jerewan, Armenien)?
Meine Dach- und Schreibkammer mit Blick auf einen mächtigen Aprikosenbaum und den Kleinen Kaukasus.

7. Welche Künstler beeindrucken Sie?
Die Unbeirrbaren.


8. Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Menschen am meisten?
Güte, Geduld und Frohsinn.


9. Welcher Illusion geben Sie sich gerne hin?
Dass man im Alter ruhiger wird.


10. Ihre Lieblingsbuchhandlung?
Die gleich um die Ecke.


11. Welchen Satz haben Sie sich zuletzt aus einem Buch notiert?
Ein Schriftsteller, der sein eigenes Buch interpretiert ist wie ein Humorist, der seinen eigenen Witz erklärt. (Javier Cercas)

12. Wo werden Sie schwach?
Bei Kuchen, Flohmärkten und antiquarischen Büchern.

13. Was inspiriert Sie?
Alleine zu reisen.

14. Was ist für Sie das größte Glück?
Dass meine Familie und ich gesund sind und ich mit meiner Leidenschaft Geld verdienen kann.

15. Was haben Sie immer dabei?
Ein Notfallbuch und eine Notfallbanane, falls es mal länger dauert.

16. Ihr Lieblingsgetränk?
Der erste Cappuccino am Morgen.

17. Was bedeutet das Schreiben für Sie?
Leben ohne Visier.