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17aus63: Der C.H.Beck-Fragebogen
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Stephanie Burt, Lyrikerin und Literaturwissenschaftlerin, ist Professorin für Anglistik an der Harvard University. Sie schreibt regelmäßig für die New York Times Book Review, den New Yorker, und die London Review of Books. Bislang veröffentlichte sie mehrere Gedichtbände und Sachbücher, darunter "We Are Mermaids", "Advice from the Lights" und "Don't Read Poetry: A Book About How to Read Poems".
© Foto: Jessica Bennett
1. Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Während meiner Highschool-Zeit spielte ich Klavierbegleitung für eine Geigenlehrerin, die sehr freundliche Mutter des Freundes meines Schwarms (Anmerkung Verena: weglassen?). Ich liebe es immer noch, Menschen, die singen oder ein anderes Instrument spielen, auf dem Klavier zu begleiten. Mein erster richtiger Job nach dem College war das Verfassen von Reiseführern: Ich reiste durch Kentucky, West Virginia, Virginia, Maryland und Washington, D.C. (wo meine Eltern noch immer leben), überprüfte die Informationen in den Reiseführern und schrieb darüber, was Besucher dort sehen konnten.
2. Wie sieht ein gelungener Tag in Ihrem Leben aus?
Das Wissen, dass meine engen Freund:innen und meine Lieben sicher und geborgen sind und ihr Leben genießen. Das Gefühl, dass ich ihnen helfen konnte. Zeit zum Lesen, Schreiben und Musikhören. Zeit und Gelegenheit, um zusammen zu sein und vielleicht zu kuscheln. Auch die Möglichkeit, ein Tabletop-Rollenspiel wie Dungeons and Dragons zu spielen oder zu leiten (nicht mein Lieblingsspiel, aber das bekannteste und das, für das man am leichtesten Spieler:innen findet).
3. Was nehmen Sie sich immer wieder vor?
Bücher schreiben.
4. Was ertragen Sie nur mit Humor?
Den orangefarbenen Mann, dessen Minions die Regierung gekapert haben.
5. Ein großes „Beinahe“ in Ihrem Leben?
Fast alle trans Personen, die als Erwachsene ihre Geschlechtsumwandlung vollziehen, fragen sich, was passiert wäre und wie unser Leben verlaufen wäre, wenn wir unser wahres Geschlecht früher hätten leben können. Dennoch bereue ich nichts. Rückblickend denke ich, dass meine Entscheidungen gut waren.
6. Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Menschen am meisten?
Freundlichkeit, Geduld, Großzügigkeit, Kreativität und die Fähigkeit, um Dinge zu bitten, die man möchte, anstatt zu erwarten oder zu hoffen, dass andere Menschen dies erraten. Letzteres fällt vielen von uns schwer. Ich schätze es sehr, wenn es vorkommt.
7. Welcher Illusion geben Sie sich gerne hin?
Im wirklichen Leben? Vielleicht der Vorstellung, dass fast jede:r gute Absichten hat und fast alles, was die meisten Menschen tun, was anderen wehtut, eher aus Eile, Unverständnis oder Missverständnissen resultiert als aus Boshaftigkeit. Ich schätze auch die Illusion, die durch eine riesige, realistische Plastikkobra namens Karen erzeugt wird, eine Requisite aus Taylor Swifts Reputation-Tour, und den Dungeons-and-Dragons-Zauber „Minor Illusion”.
8. Ihre Lieblingsbuchhandlung?
Meine Favoriten, mehrere, in keiner bestimmten Reihenfolge: Belmont Books in meiner derzeitigen Heimatstadt Belmont; Harvard Book Store in Cambridge, gegenüber meinem Büro; Pandemonium Books and Games am Central Square in Cambridge, spezialisiert auf Science Fiction und Fantasy. Weitere Favoriten sind Magers and Quinn in Minneapolis, Porter Square Books in Cambridge und Brookline Booksmith in Boston.
10. Ihr Lieblingsmuseum?
Das Smithsonian Museum of Natural History in Washington, DC, war als Kind mein absoluter Lieblingsort. Vor allem die Halle mit den Gesteinen und Mineralien.
11. Welchen Satz haben Sie sich zuletzt aus einem Buch notiert?
"I thought, every room is a waiting room … I thought, every room is an emergency room." (Anna Jackson, Terrier, Worrier)
12. Ein Buch, das Ihr Leben verändert hat?
Verändert nicht jedes wirklich gute Buch das Leben seiner Leser:innen? Auf meiner Liste stünden, in der Reihenfolge, in der ich sie gelesen habe, Samuel R. Delany, Nova; W. B. Yeats, Selected Poems, ed. M. L. Rosenthal; Randall Jarrell, Poetry and the Age; Elizabeth Bishop, Poems; William Empson, Seven Types of Ambiguity; Helen Vendler, The Music of What Happens; Greil Marcus, Ranters and Crowd Pleasers; George Eliot, Middlemarch; Terrance Hayes, Wind in a Box; Rachel Hartman, Seraphina; Devon Price, Unmasking Autism und Unlearning Shame.
13. Was wollten Sie als Kind werden?
Biochemikerin, Molekularbiologin, Science-Fiction- und Fantasy-Autorin oder Singer-Songwriterin wie Billy Joel, Suzanne Vega oder Billy Bragg. Ich habe mich ein wenig in jedem Bereich versucht, war aber einfach nicht talentiert genug, um einen davon auszuüben. Daher: Literaturkritikerin.
14. Wie brechen Sie das Eis in Gesprächen?
Ich frage die Leute, was sie in letzter Zeit begeistert oder bewegt hat, woran sie gerade arbeiten, oder bitte sie, über ihr Lieblingsbuch, ihre Lieblingsfigur oder ihren Lieblingssong zu sprechen.
15. Welche Redewendung strapazieren Sie über?
"I’m sorry."
16. Was haben Sie immer dabei?
Meine Schmusedecke, ein abgenutzter (aber absolut hygienischer) cremefarbener Kissenbezug, der mittlerweile fast völlig zerfetzt ist. Ich weiß nicht, wie ich mehr als 20 Jahre lang ohne sie so tun konnte, als sei ich erwachsen.
17. Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Ich freue mich, dass mein Buch bei einem führenden deutschen Verlag veröffentlicht wird.
18. Welches Ihrer eigenen Bücher gefällt Ihnen am besten?
"We Are Mermaids", weil es meine neuesten und fröhlichsten Gedichte enthält. Allerdings gibt es dort nicht viel Swiftie-Inhalt, es sei denn, man sucht intensiv danach.
19. Ihr Rat für Leser:innen?
Lest, was euch Spaß macht, und lasst euch überraschen.
20. In welchem Jahrhundert hätten Sie gern gelebt?
Ich nehme dieses Jahrhundert, danke. Ich mag Antibiotika und leicht verfügbaren Strom und sauberes Wasser und auch die Musik von Taylor Swift. Es wäre allerdings cool gewesen, John Donne zu treffen. Oder Sappho.
21. Eine Entdeckung, die Sie erst kürzlich gemacht haben?
Die Romane von Joan Slonczewski. Und, dass Guaven lecker sind. Man kann einfach hineinbeißen, wenn sie reif sind.
22. Welche Hoffnung haben Sie aufgegeben?
Als Schlagzeugerin in einer Rockband auf Tournee zu gehen.
23. Welche Frage stellen Sie am liebsten anderen?
Was liest du gerade, das dir sehr gut gefällt? Was ist heute dein Lieblingssong? Wie kann ich dir helfen? Wird es etwas zu essen geben?
Taylor Swift steht unangefochten an der Weltspitze der Popmusik. An ihr kommt niemand vorbei. In diesem Buch eröffnet Stephanie Burt (Anglistik-Professorin und bekennender Swiftie) einen völlig neuen Blick auf Taylors Lyrics und Leben. Von ihren Anfängen im Country bis zur epochalen Eras Tour, von den MTV Video Music Awards 2009 bis zu Travis Kelce: Die Autorin beleuchtet dieses einzigartige Künstlerinnenleben durch die Brille der Anglistin und zeigt, wie vielschichtig und anspielungsreich Taylors Songtexte auch in literaturgeschichtlicher Hinsicht sind. Ein Muss für alle Swifties!